Danach – Je mehr Kohle produziert wird, desto mehr erobert der Freiraum die Marktflächen

Von Öko-Chic bis Green-Washing. Die green-Tendenzen der Gegenwart bilden den kritischen Ausgangspunkt der Arbeit. Mit einem Entwicklungsszenario für den Naschmarkt wird versucht den Fokus zu verschieben – weg von der plakativen Schlagwortdiskussion hin zu einem prozessorientierten Handeln.
In vier Kapiteln (heute, morgen, übermorgen, danach) werden die Bedingungen im Planungsgebiet beleuchtet, Probleme sowie Entwicklungspotentiale ausgelotet und daraus ein Szenario entwickelt. Müll und Parkplatz werden als Chance begriffen. Eine zweite Verwertungsschleife für den Markt entsteht, der tägliche Abfall wird auf Genießbarkeit geprüft und weiterverkauft/-verkocht oder der Müllverwertungsanlage zugeführt. Die bei der Biokohle-Produktion gewonnene Wärme wird ins Marktgebiet rückgeführt, der Verkauf der Kohle finanziert den Freiraum. Je mehr Abfall am Markt (=Kohle), desto mehr Freiraum für die immer dichter werdende Stadt entsteht.
Technische Optimierungsprozesse, soziale Anliegen und gestalterische Ziele werden überlagert. Im Zentrum stehen mögliche Verflechtungen und Synergien zwischen technologischer Innovation, räumlicher Organisation und der Interaktion des Systems mit der Gesellschaft. Ein dichtes Netzwerk aus unterschiedlichsten Maßnahmen erhöht die Ausfallsicherheit des Gesamtsystems. Der Entwurf möchte einen Umdenkprozess auf mehreren Ebenen ins Rollen bringen.
Post-Sustainabilty-Architektur muss nicht unbedingt ›green‹ sein.