Ansicht auf die Wilker Shul vor dem Jahr 1914 (© lodzkie.fotopolska.eu)

Ziel der Diplomarbeit war es, eine möglichst realitätsgetreue virtuelle Rekonstruktion der zerstörten Synagoge in der Zachodnia Straße 56 (heute 70) in Lodz, Polen anzufertigen. Der Rekonstruktion ging eine Recherchephase voraus, in welcher die gefundenen Unterlagen miteinander verglichen wurden, um so eine schlüssige Grundlage für das Erstellen des virtuellen Gebäudemodells zu kreieren. Die Planunterlagen dienten als Grundlage für die Rekonstruktionsarbeit. Sie wurden anhand weiterer Text-, Bild- und Videomaterialien korrigiert und erweitert.
Der Detaillierungsgrad der virtuellen Synagoge ist nicht überall der selbe, da nicht alle Bereiche der Synagoge anhand gleicher Unterlagen rekonstruiert werden konnten. Es gab auch Bereiche, welche ohne vorhandene Unterlagen dargestellt werden mussten. In solchen Fällen wurden ähnliche Elemente aus anderen Bereichen der Synagoge verwendet. Die Innenraumgestaltung des Hauptbetraums der Synagoge konnte nur anhand der Videoaufzeichnung erstellt werden.
Die Unterlagen bestätigten, dass die Synagoge in der Zeit ihres Bestehens in zwei Bauzuständen genutzt wurde. Beide wurden in das erstellte 3D-Modell aufgenommen. Dies wurde durch eine erweiterte Ebenenstruktur ermöglicht, welche anhand der Ebenengruppen-Kombinationen gesteuert wird. Das Ergebnis ist ein virtuelles Gebäudemodell, welches die Synagoge in ihren zwei Bauphasen darstellt.