Dachdraufsicht

Im Rahmen der Neuerschließung der natürlichen Mineralquelle in Grins/Tirol ist, in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Projektbetreuung, die Idee zur Planung einer Therme im Rahmen meiner Masterarbeit entstanden.
Inspiriert wurde der Entwurf von der Heilquelle selbst – von dem Moment an dem das Wasser aus dem Berg an die Oberfläche tritt und der darauf folgenden Fließbewegung talabwärts. Die Topografie des Bauplatzes wurde in Form der Höhenschichtlinien aufgenommen, als ›Rinnsale‹ des Wassers gelesen und war Inspiration für die Platzierung der Wasserbecken. Das Gebäude entwickelt sich, abhängig vom Raumprogramm, den Berg hinauf, um am Hügel im geschützten Wald zu landen. Dabei weicht es dem Baumbestand und bildet den für das Projekt charakteristisch geknickten Grundkubus. Dieser wächst aus dem Hang heraus, öffnet sich bewusst der Umgebung oder gräbt sich wieder ein um Rückzugsbereiche zu schaffen – Übergänge werden zum Kommunikations- und Gestaltungselement. Neben der Erfüllung der Ansprüche einer Therme schafft das Gebäude durch den atmosphärischen Einfluss eine zusätzliche Funktion und findet so seinen eigenen Charakter für sich selbst und seine Umgebung.
Gebauter Raum als Fortsetzung des eigenen Körpers.
Ein Raum, der durch seine Klarheit emanzipiert und befreit.
Ein Bad, das die sinnliche Wahrnehmung seiner Nutzer schärft und somit die heilende Wirkung des Wassers unterstützt.