Reintegrationswohnhaus für Haftentlassene

›Mörderhaus‹ unter diesem Namen erlangte das Reintegrationswohnhaus in Wien Hernals in jüngster Zeit mediale Aufmerksamkeit. Es bezeichnet eine innerstädtische, betreute Unterkunft für Haftentlassene, die ihre Strafe bereits verbüßt haben oder sich kurz vor der Entlassung befinden. Es handelt sich um eine Wohngemeinschaft, die vom Bundesministerium für Justiz als Resozialisierungsprojekt initiiert wurde, um ehemalige Straftäter auf das Leben nach der Haft vorzubereiten und sie gesellschaftlich zu reintegrieren.
Während des Resozialisierungsprozesses wird die wohnliche und finanzielle Lage stabilisiert und auch sozial betreut, wodurch die Fähigkeit des selbstständigen Arbeitens und Wohnens erlernt werden soll. Zusätzlich soll die neue Umgebung den Aufbau eines sozialen Netzwerkes ermöglichen, um das Rückfallrisiko der Straftäter weiter zu minimieren und sie langfristig in die Gesellschaft zu integrieren.
Diese Ziele gilt es auch architektonisch umzusetzen. Es stellt sich also die Frage, wie eine solche Zwischenwohnform im städtischen Gefüge organisiert sein müsste, um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden. Wie kann die Lage, die Architektur, die Struktur und die innere Organisation des Raumes zur Reintegration eines ehemaligen Straftäters beitragen?