Diplomarbeit, Martin Zisterer

Aus dem Verständnis, dass sich unsere Städte in einem ständigen Wandel befinden, entsteht die Frage nach der Architektur, welche mit dieser permanenten Veränderung umgehen kann. Es stellen sich Fragen an Raumstrukturen, die aneignungsoffen, nutzungsneutral, robust und dauerhaft sind und in gewisser Weise räumliche Konstanten darstellen können. Rem Koolhaas beschreibt in seinem Text »Typical Plan« das Office Building als äußerst wandelbare Typologie. Florian Heilmeyer skizziert in einem Artikel mit dem Titel »Raumrohlinge« – der so treffend schien, dass er Namensgeber dieser Arbeit wurde – Räume die aus der Um- und Zwischennutzung der Berliner Clubszene gelernt haben. Obwohl sie dafür nie intendiert waren, erleben obsolet gewordene Typologien, vor allem Industriebauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts, oftmals unerwartete Transformationen.
Diese Arbeit kreist um den Begriff des Raumrohlings und setzt unterschiedliche Aspekte und Themen in Beziehung. Sie soll Geschichten über Gebäude und räumliche Situationen erzählen und somit ein Bewusstsein für die Transformation von Architektur in dem erwähnten ständigen Wandel schaffen. Der Raumrohling ist eine robuste Raumstruktur, an welche kein Anspruch besteht fertig zu sein, und welcher aufgrund fortwährendem gesellschaftlichen Wandel mit einhergehenden veränderten Lebens- und Produktionsweisen wiederholt umprogrammiert werden kann.