dongdong fan – chinesische Straßenküche auf der Mariahilferstraße

Die Straße ist ein öffentlicher Raum, der uns so geläufig ist, dass wir ihn kaum wahrnehmen. Meine Arbeit ist eine Aufforderung zur Entdeckung von verborgenen Potentialen im Straßenraum und appelliert an die Förderung spontaner Architektur. Ein Blick nach Shanghai weist über europäische Sicht- und Denkweisen hinaus, hinterfragt unsere gewohnte Auffassung und die Rolle, die wir der Straße als öffentlichem Raum zuschreiben.
Die Bedeutung der ›Raumwahrnehmung‹ wird durch die bildbasierte Forschung und durch die Gegenüberstellung von asiatischen und europäischen Raumverständnissen dargestellt. Fotografische, subjektive Eindrücke werden von theoretischen Überlegungen begleitet. Weitere ›Werkzeuge‹ helfen dabei Antworten auf folgende Forschungsfragen zu liefern:
Inwiefern produziert menschliches Handeln öffentlichen Raum? Was können wir aus dem Vorgefundenen lernen, um damit die Qualität dieser öffentlichen Räume zu verbessern?
Ein chinesisches Lastenrad wurde zu solch einem ›Werkzeug‹ weiterentwickelt. Sinnbildlich transportiert das made-in-China-Lastenrad mit dem Namen ›Kong Wen‹ chinesisches Raumverständnis nach Österreich. In eigens initiierten Projekten wird ›Kong Wen‹ unterschiedlich bespielt. Dabei werden Straßenräume Wiens temporär aktiviert und Rollen vertauscht. Für einen flüchtigen Augenblick wird der Passant zum Akteur, der Leerraum Straße zum Lebensraum in der Stadt. Die vom Urbanismus geometrisch definierte Straße wird zum Feld für das ›Rendezvous der Gesellschaft mit sich selbst‹.