Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine ergebnisoffene Auseinandersetzung mit einem für die Bau- als auch für die Kreativwirtschaft eher unüblichen Material. Die Arbeit ist in die drei Kapitel Tradition, Abstraktion und Innovation gegliedert und stellt sich anfangs lediglich die Frage, ob sich aus Knochen etwas bauen lässt.
Vergleichend zu den Reaktionen auf die Installation von Marina Abramovic auf der Biennale 1997, unterstelle auch ich dem Betrachter der Fotodokumentation meiner Knochenpräparation ein Gefühl von Ekel, das in ihm aufsteigt. Einer bestimmten Aktion folgt also eine konditionierte Reaktion?!
Diese Tatsache erweitert meine Aufgabenstellung um die Frage, ob ich auch die Einstellung zu diesem Material verändern kann? Durch experimentelle Herangehensweisen soll die normative Wahrnehmung verändert werden. Indem der Knochen soweit abstrahiert wird, dass er als das uns bekannte Objekt nicht mehr eindeutig erkennbar ist, entsteht ein neues Wahrnehmungsobjekt, das seine Zielgruppe einlädt, ihre bisherige Meinung zu diesem Material zu überdenken. Oft liegt es nämlich nur an unseren tradierten Denkmustern und ethischen Hemmungen, warum wir keine neuen Handlungsweisen einschlagen und innovative Lösungsansätze finden können. Es ist der Versuch den Fortschritt durch das Abschaffen des Vertrauten voranzutreiben.