Jordanien – Camp Zataari Camperweiterung 2012/2013 (© UNHCR/BRIAN SOKOL)

Flüchtlingslager als Orte der humanitären Intervention werden auf Basis von standardisierten Grundlagen errichtet, um im Krisenfall Personen vor Massenfluchtbewegungen Schutz zu bieten. Die vorliegende Arbeit bietet einen Überblick über den Umgang mit der gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik, die Orte der permanenten Vorläufigkeit hervorbringt. Neben der Auseinandersetzung mit der Herangehensweise der zentralen Akteure wird hinterfragt, welche Positionen humanitäre Organisationen sowie die Flüchtlinge einnehmen und welche Konsequenzen sich daraus für die Raumproduktion ergeben. Durch das Aufzeigen maßgebender Potentiale und Restriktionen, unter Einbeziehung der politischen und zeitlichen Dimensionen, wird versucht, das Flüchtlingslager innerhalb der Lagertypologie als eigene Kategorie abzugrenzen.
Ein Meer aus Zelten, klar als Lager identifizierbar, durch das Branding eindeutig der Hilfsorganisation zuordenbar, zeigt das Ausmaß der Katastrophe. Das World Food Programm versorgt die Flüchtlinge mit Nahrung, LKWs fahren mit Hilfsgütern in unberührte Gebiete. Es handelt sich um die Aufzeichnung von Lebensräumen als Momentaufnahme, die erst wieder Beachtung finden, wenn Katastrophen ausbrechen. Den tatsächlichen Vorgängen im Lager als besondere Orte für besondere Umstände, oder anders ausgedrückt als Ausnahmeräume für Ausnahmezustände, wird wenig Beachtung geschenkt. Doch wie geht es weiter, wenn die ›temporäre Ewigkeit‹ beginnt?