Konzept

Wie umgehen mit unserem architektonischen Erbe? Abriss oder Umnutzung? Eine ökologische Notwendigkeit.
Seit über 20 Jahren steht das Hubertusbad in Berlin-Lichtenberg leer. Das Stadtbad als Hygiene-Einrichtung hat sich funktional überlebt und ist heute nicht mehr zeitgemäß. So fehlt es an zukunftsorientierten Nutzungskonzepten, um eine Reaktivierung des Bades zu ermöglichen.
Dabei liegt das größte Potential des Stadtbades in seiner direkten Nachbarschaft zum Sana Klinikum. Bereits um 1900 als Ensemble geplant, kann es hier – richtig integriert – das Klinikum ergänzen und neue Akzente setzen. So soll das Stadtbad revitalisiert werden, um die therapeutische Anwendung von Wasser anzubieten. Verbunden wird die klassische Hydrotherapie, auf Basis der Kneipp-Therapie, mit den Funktionen eines Klosters. Zudem wird ein längerer Aufenthalt im Bad angeboten, womit eine therapeutische Intensivbetreuung ermöglicht wird.
Der Gedanke der Religiosität dient dabei jedoch nicht in erster Linie dem Glauben, sondern vielmehr der Verknüpfung von Therapie und Bad. So dient der Aufbau eines klassischen Klosters der räumlichen Verknüpfung sowie als organisatorischer Leitfaden. Somit wird eine nicht kirchliche Religiosität angeboten, die zusätzlich das therapeutische Angebot erweitert. Das Bauen im Bestand geht dabei über den reinen Erhalt des Stadtbades als Denkmal hinaus. So ist das erklärte Ziel der Arbeit, dem Bestand für einen ressourcenschonenden Umgang einen weiteren Lebenszyklus zu ermöglichen.