Konzept

Jugendzentren übernehmen, neben ihrer unterstützenden Funktion in der Erziehung, auch eine wichtige Rolle in der Integration. Diese wird dadurch erschwert, dass die Besucher meist der selben gesellschaftlichen Gruppe angehörend.
Aus diesen Überlegungen heraus entwickelte sich die Themenstellung für die Arbeit. Mit welchen architektonischen Mitteln kann man das soziale Verhalten von Individuen beeinflussen? Der Entwurf soll als eine mögliche Herangehensweise im Umgang mit einem sozialen Spannungsfeld gesehen werden. Um die Durchmischung der Besucher zu gewährleisten, musste die Aufgabe durch andere soziale Funktionen erweitert werden – Bürger- & Sprachzentrum, Jugendwohnheim, Wohnen, Café. Die meisten Räume der sozialen Einrichtungen sind flexibel anzuordnen und zu nutzen. Alle Wohnungsgrundrisse sind unterschiedlich und ermöglichen eine gewisse Adaptionsfähigkeit für verschiedene Lebensmodelle – Alleinerzieher bis Großfamilie. Es gibt Gemeinschaftsflächen – Teeküchen, Waschräume, Spielecken–, die die Bildung einer Bewohnergemeinschaft fördern sollen. Das Jugendwohnheim soll als Teil des Areals wahrgenommen werden, ist jedoch räumlich von den Wohnblöcken abgegrenzt. Es entsteht eine urbane Landschaft, welche durch Funktionsdurchmischung das unerwartete Zusammentreffen fördert und den integrativen Ansatz des Jugendzentrums unterstützt.