Musterpläne für Volksschulen aus Schlesien, Oberösterreich und Galizien (© HINTRÄGER, Karl: Die Volksschulhäuser in den verschiedenen Ländern. Band 2: Volksschulhäuser in Österreich, Ungarn, Bosnien und der Hercegovina, Bergsträsser, Stuttgart 1901, S. 52, 54, 55)

Das Schulgebäude, in dem Kinder neben ihrem Wohnhaus den Großteil ihrer Kindheit verbringen, soll ein Ort der Konzentration aber auch des Wohlfühlens sein. Dabei sind die innere und äußere Gestaltung des Schulhauses in baulicher Hinsicht nicht unwesentlich. Die Schulbauten waren jahrhundertelang karge Nutzbauten, die außer den Klassenzimmern wenig Aufenthaltsbereiche und Raum für Bewegung boten. Wie aber kam es zum Umschwung von diesem trostlosen Gebäude zur Schule von heute?
Untersucht wird der Schulbau in den österreichischen Kronländern der k.u.k. Monarchie (Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Krain, Görz-Gradisca, Triest, Istrien, Tirol, Vorarlberg, Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Bukowina, Dalmatien). Die Zeitspanne der k.u.k. Monarchie wurde gewählt, da nach dem Reichsvolksschulgesetz des Jahres 1869 eine regelrechte Schulbauwelle einsetzte und sich das Schulgebäude stetig weiterentwickelte. Neben Musterplänen, für Schulbauten aus den Kronländern und der Wiener Weltausstellung 1873, werden ausgeführte Bauten vorgestellt und auf deren Lage, Konstruktion, Baustil, Unterrichtsräume sowie zusätzliche und hygienische Einrichtungen untersucht. Des Weiteren befasst sich die Arbeit mit den wesentlichsten Architekten im Bereich Schulbau (u.a. Moritz und Karl Hinträger und die Brüder Drexler) und den Hintergründen der Auftragsvergabe.