Schnitt

Der schweizerische Nationalpark im Engadin, der älteste Nationalpark der Alpen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Natur ihrer ursprünglichen Entwicklung zu überlassen. Menschliche Eingriffe in natürliche Prozesse werden minimiert bzw. ganz verhindert. Zur Überwachung des Nationalparks sind Parkwächter das ganze Jahr über im unwegsamen, alpinen Gelände unterwegs.
Der Entwurf reagiert auf das aktuelle Bedürfnis nach einer mobilen Raumstruktur, die saisonal im Gelände von Parkwächtern als Unterschlupf verwendet und von ein bis zwei Personen transportiert werden kann. Dieser pneumatische Shelter kann sowohl zwischen Baumstämmen oder Felsen gespannt als auch am Boden aufgestellt werden. Die Befestigung zwischen den Bäumen schützt den empfindlichen Waldboden, minimiert den menschlichen Fußabdruck und entspricht so den Grundsätzen des Nationalparks.
Die luftgefüllte Außenhaut fungiert als Tragwerk und Dämmung zugleich und macht den Unterschlupf resistent gegen Windkräfte. Der Beobachtungsposten bietet Schlafplätze für bis zu drei Personen und verfügt über eine flexible Sitzmöglichkeit im Zentrum, durch die eine gleichwertige Rundumsicht gewährleistet wird. Die Hülle lässt sich zu allen drei Seiten hin ganz oder teilweise öffnen und ermöglicht so die Anpassung an jede Wetterlage. Um den Entwurf sowohl räumlich als auch funktional zu überprüfen wurde ein 1:1 Mock-Up gebaut. Mittels eines Ultraschallschweißverfahrens wurden beschichtete Gewebe zu einer luftdichten Struktur verbunden.