Nachtrendering, Blick nach Suzhou Creek

Ein Auslandssemester in Shanghai bewog mich dazu, die dort gewonnenen Erfahrungen und Erlebnisse in meiner Diplomarbeit zu bearbeiten. Ein in Shanghai gewähltes Projekt versucht einem bestehenden Gebäude öffentlicher Nutzung eine komplett neue Funktion zu geben. Bestehende Elemente der alten Struktur werden in die neue Architektur integriert und bilden eine Symbiose. In einem Land, wie China, welches schnell und gerne nach ›neuem‹ Ausschau hält, ohne dabei das Bestehende zu berücksichtigen, betrachte ich diese Herangehensweise, als eine interessante Thematik für meine Diplomarbeit. Vor allem die Ausweitung kommerzieller Bauten (Malls, Einkaufszentren, Food Courts etc.) scheint in den vergangenen Jahren zugenommen zu haben und sie prägen das Stadtbild Shanghais. Ich möchte im Bereich kultureller Bauten einen Gegenvorschlag zeigen. Künstlerviertel, eine Independent-Szene und Bereiche für junges, kreatives Publikum scheinen durch die forcierte Präsenz gebauter ›Gigantomanie‹ ein Schattendasein zu führen. Mein Entwurf fungiert als Performance Art Center, welches versucht sich dem Mainstream zu widersetzen. Ein Treffpunkt für junge Schauspieler, Performancekünstler, eine Attraktion für Besucher entsteht – ein Katalysator für einen neuen Szenestadtteil in Shanghai oder sogar für eine ganze Szene?