Nahaufnahme des Za’atri Lagers für syrische Flüchtlinge von einem US Hubschrauber am 18. Juli 2013 (© U.S. Department of State)

Die enorme Anzahl von Menschen, die sich aus unterschiedlichsten Gründen in Bewegung befinden, konstituiert Netze aus Wegen und Orten und lässt neue Strukturen entstehen. Zwar ist Migration seit jeher ein kennzeichnendes Merkmal der Menschheit, Art und Intensität waren aber stets anders und haben in den letzten Jahren eine neues Level erreicht. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, ökologische Irregularitäten, politische Konflikte etc. lassen Menschen weite Strecken zurücklegen. Nach mehreren tragischen Ereignissen im Mittelmeer wird Flüchtlingspolitik aktuell wieder verstärkt verhandelt und in die öffentliche Wahrnehmung geholt. Auf ihrem Höhepunkt ist die Diskussion allerdings noch lange nicht – wir können damit rechnen, dass die Auseinandersetzung mit (Flucht-)Migration künftig zu einem Leitthema wird. Auch ihre räumlichen Implikationen weisen eine Aktualität auf. Der Flüchtigkeit von Bewegung entsprechend bilden sich Orte der Ephemeralität, die wiederum Formen von Architektur hervorbringen, die sich durch immanente Vergänglichkeit auszeichnen. Die Lebensrealitäten von Millionen von Menschen weltweit sind direkt mit dieser Typologie verbunden. Die vorliegende Untersuchung hat zum Ziel, die kumulative Bedeutung von semipermanenten Strukturen zu demonstrieren, zukunftsrelevante Fragestellungen zur sozialen Verantwortung von PlanerInnen aufzuwerfen und speziell eine Diskussion über ihre Rolle in der Flüchtlingspolitik zu initiieren.