Experimentelle Studien: Durch Befeuchten des Holzes entsteht ein hoher Quelldruck; Beton wird gespalten.

In meiner Abschlussarbeit steht vor allen Dingen das freie ›Entwerfen‹ als schöpferischer Prozess im Vordergrund. Der konkrete Entwurf ergibt sich als konsequente Schlussfolgerung meiner Studien und als detaillierte Weiterführung meiner gesammelten Erfahrungen und Ideen.
Somit gliedert sich meine Arbeit in zwei Abschnitte:
Eine intensive künstlerische und freie Auseinandersetzung mit dem Thema ›Wasser (Aggregatzustände: flüssig, gasförmig, fest) und Architektur‹ bildet die Basis und den ersten Teil meiner Arbeit. Hierbei wurden, unter anderem umfassende experimentelle Studien über das Zusammenwirken von Wasser, Beton und Holz durchgeführt. Es entstand eine breitgefächerte Sammlung von Stimmungen und Formen, welche anhand von Bildern, Texten und Modellen dokumentiert wurde.
Hauptaugenmerk für das weitere Entwerfen lag darauf, die Essenz aus dem vorhergegangenen, abstrakten und freien Diskurs herauszufiltern und die dabei entstandenen Ideen, Formen und Stimmungen in einem architektonischen Entwurf zu konzeptualisieren. So befasst sich der zweite Teil meiner Arbeit mit der Entwicklung eines konkreten Entwurfs für die sehr schmale Baulücke »Rechte Wienzeile 87«. Der Baukörper ist als massiver Betonkubus gestaltet und wird von einem Riss durchzogen, der das gesamte Gebäude spaltet. Kompromisslos teilt er die einzelnen Wohnungen, gewährleistet jedoch dadurch auch die gesamte Belichtung und schafft spannungsreiche Raumgefüge.