Mieminger Plateau

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels und des damit einhergehenden Identitätsverlustes der peripheren Regionen Tirols widmet sich die vorliegende Diplomarbeit dem Weiterbauen am Land. Weiterbauen steht in diesem Zusammenhang, ohne die eigene Gesinnung und die Entstehungszeit zu leugnen, für eine reflektierte Fortschreibung der gebauten Kultur. Die konkrete Entwurfsarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Hotel, einem Haus für Gäste. Ausgehend von einer realen Anforderung definiert das vorliegende Projekt Parameter für ein orts- und kulturverträgliches Bauen touristischer Infrastruktur in einem alpinen, über Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägten Kontext. Ziel ist die zeitgemäße Anknüpfung an die historische Kulturlandschaft. Als Analogie zur tradierten Bauweise der anonymen bäuerlichen Architektur Tirols definieren sich die einzelnen Gebäude des Hotels als Holzbauten. Ein Geviert aus dunklem Lärchenholz steht im Dialog zur Umgebung und den punktuell in die Landschaft eingestreuten archaisch anmutenden Nutzbauten der Region. Die Gliederung in vier Baukörper bedingt einerseits eine feinere, dem Ort angemessene Körnung des Maßstabes und eröffnet andererseits atmosphärische Momente in der Erschließung des Hotels. Das konturformende, dem Kontext entsprechende Satteldach versteht sich als Zitat an die tradierte Bauform der Region. Ein Hotel als Ort des Rückzugs, der Ruhe und Entspannung inmitten intakter Natur. Ein Refugium.