Modell (Box 1 m / 1 m / 1 m; Beleuchtung: Schwarzlicht)

Die Diplomarbeit von Rem Koolhaas und Eliah Zenghelis »Exodus, or the Voluntary Prisoners of Architecture« steht im Mittelpunkt unserer Untersuchungen. Aufgezeigt werden sollen die polemische Konzeption der Arbeit als Gegenentwurf zu den urbanistischen Utopien der Nachkriegsjahrzehnte und in Konsequenz ihre Sonderstellung im Architekturdiskurs der angebrochenen 1970er Jahre. Exodus wird als provokantes Zeugnis eines Paradigmenwechsels in Architektur und Stadtplanung nach dem offensichtlichen Scheitern der ›großen Idee‹ gedeutet; als surrealistisches Brückentier zwischen dem Anspruch die Menschen durch großmaßstäbliche Planungen von ihren alten Städten zu emanzipieren und dem Versuch von den bestehenden Städten zu lernen. Dazu entstanden zwei Bücher: Ein essayistischer Streifzug durch die surreale Welt der Avantgarde und des Rem Koolhaas' und die Chronik einer fiktiven Metropole, die wir als Auseinandersetzung zwischen menschlichen und räumlichen Akteuren in ein Comic übersetzten. 40 Jahre nach Exodus, 25 Jahre nach dem Mauerfall, umgeben von Slogans wie »Yes is More«, »Evolution statt Revolution«, »Die Stadt wird zum Spielplatz« (Bjarke Ingels) und unter dem Eindruck eines oberflächlichen Revivals experimenteller Ansätze der 1960er und 1970er Jahre in Architektur und Design stellen wir in ihm erneut die Frage nach der Unschuld der Architektur und dem Wesen unserer Städte.