Der Sehprozess alleine beginnt im Gesichtsfeld des Auges, ist aber sehr viel komplizierter. Das aufgenommene Bild wird an das Gehirn weitergeleitet und erst dort werden die Informationen interpretiert und verarbeitet. In der Tat sieht man also nicht mit den Augen sondern mit dem Gehirn. Der Entzug von gewöhnlichen optischen Einflüssen kann das innere Auge erregen. Träume, lebhafte Vorstellungen oder Halluzinationen können dadurch verursacht werden. Ähnlich wie bei Halluzinationen erscheinen und verschwinden Bilder in diesem Projekt unkontrolliert. Sie ändern sich als Folge der Bewegung von Sonne und Wolken. Die Grenze zwischen Illusion und Realität verschwimmt.
Wie sich auch der Wasserstand schnell ändert, so erscheint das Projekt plötzlich im Stadtbild und verschwindet ebenso rasch wieder. Gleichsam als Ausdruck der unberechenbaren Kräfte der Natur. Sie erfüllt den Raum, erweitert und verändert ihn. Sie gibt ihm eine neue Perspektive.
Die Zusammenführung von greifbaren Materialien – in diesem Fall Glas – und flüchtigen Effekten, wie Reflexionen, ermöglicht in gewisser Weise eine ›Biegung‹ von Raum und Zeit. Es folgt eine Materialisierung des Raumes. Spiegelreflexionen transportieren Bilder, die vom Betrachter als Teil der neuen Realität wahrgenommen werden. Dieser metaphorische Transport von einem Raum zum anderen ist utopisch und unrealistisch.
Die Projektumsetzung fand am 3. August 2013 statt.