Funktionsschema

Die Gesellschaften europäischer Städte werden immer vielfältiger. Menschen unterschiedlichster Herkunft und verschiedenster Religionen leben in direkter Nachbarschaft. Das birgt große Chancen, aber auch Potential für Konflikte. In Zukunft müssen sowohl Stadtplanung als auch die einzelnen Glaubensgemeinschaften stärker auf die steigende Vielfalt an Kulturen und Glaubensrichtungen in Wien eingehen, um ein friedliches Zusammenleben aktiv zu gestalten. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde diskutiert, wie Gottesdienst und Gemeinschaft für mehrere Glaubensrichtungen unter einem Dach funktionieren können.
Viele Gestaltungsansätze religiöser Gemeinschaftsräume basieren auf der Idee des kleinsten gemeinsamen Nenners. Es wird versucht, ein Symbol zu finden, das von Menschen aller Religionen gleichermaßen verstanden wird. Auf der Suche nach dem Übersymbol landen viele im Repertoire der Esoterik-Szene. Als Alternative dazu wird oft der symbolfreie Raum genannt, der als visuelles Pendant zur Stille im Raum verstanden werden kann. Hierbei entstehen im schlechtesten Fall Räume mit dem Charme eines Konferenzraums.
Im Dialog der Religionen setzt sich zunehmend das Konzept durch, die Verschiedenheiten in gegenseitiger Gastfreundschaft zu akzeptieren. Das Wissen um die Lehren, Symbole und Traditionen anderer Religionen bilden eine wichtige Basis für ein gemeinsames Miteinander und so werden Räume gestaltet, die ein klares Bildprogramm zeigen und dennoch Gastfreundschaft signalisieren.