Rasterartige Struktur der Stadt Wien zurückzuführen auf die Gründerzeit (© www.wien.gv.at/flaechenwidmung/public/ bearbeitet: Sigrid Hanzl)

Das Stadtbild Wiens ist von der Gründerzeit geprägt. Ein Drittel aller Gebäude entstammt dieser Zeitepoche, die außerordentlich solide und nachhaltige Strukturen hervorbrachte. Schon mittels geringfügigen Adaptionen können Gründerzeithäuser den Ansprüchen der heutigen Zeit gerecht werden.
Die Stadt Wien unterstützt die Sanierung des Altbestandes. Jedoch liegt das Interesse der Stadt nicht allein in der Erhaltung der Bausubstanz. Seit 2001 verzeichnet Wien einen starken Bevölkerungszuwachs. In erster Linie wird versucht, durch Aufstockung und Ausbau der Dachgeschoße, mehr Wohnraum zu schaffen. Diese Arbeit stellt sich der Herausforderung, anderwertige Lösungen zur Nachverdichtung zu thematisieren.
Anhand eines beispielhaften gründerzeitlichen Blocks wird demonstriert, wie eine neue Struktur sich zurückhaltend in das Gebäudegefüge einpassen kann, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bietet und jenen Bevölkerungszuwachs aufnimmt, dem die bestehende Bausubstanz keinen Platz bieten kann. Der ›Bauplatz‹ für diese Struktur befindet sich nicht primär in der Ebene, da die Grundstücksflächen in innerstädtischen Vierteln bereits sehr intensiv genutzt werden. Als Bauplatz werden mehrgeschoßige, freistehende Feuermauern gründerzeitlicher Hoftrakter herangezogen, die wie »blinde Mauern« an den Grundstücksgrenzen brach liegen.
Auf Grund der stark genormten Bauweise der Blockrandbebauung kann die entworfene Struktur universell zur Nachverdichtung gründerzeitlicher Quartiere angewendet werden.