Gegensätze in der Afar Region

Die Afar sind Pastoralnomaden in Äthiopien. Im Einklang mit ihrem Lebensstil haben sie einfache Formen flexibler Zelte entwickelt. Aufgrund politischer, wirtschaftlicher und ökologischer Veränderungen werden immer mehr Afar sesshaft.
Der Fokus dieser Arbeit liegt auf dem Urbanisierungsprozess in der Afar-Region, der in den letzen Jahren stetig zugenommen hat. Für meine Forschung wählte ich die Stadt Logya, eine der größten Städte in der Afar-Region. Logya ist eine relativ neue Stadt und besteht hauptsächlich aus befestigten Häusern, die entlang von Wegen (ohne Stadtplanung) angeordnet sind. Einhergehend mit der Entwicklung der Stadt wurden neue Gebäudetypen mit unterschiedlichen Funktionen, wie Schulen, öffentliche Gebäude und Verwaltungsgebäude errichtet. Aufgrund des schnellen Wachstums, vor allem in den letzten zehn Jahren, wurde ein Masterplan entwickelt, welcher in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Dieser wird zu massiven Veränderungen führen und geht auf die derzeitigen Strukturen der Stadt nicht ein.
In Logya gibt es nur wenige traditionelle, mobile Häuser, die meisten Häuser sind in der Chikka-Technik gebaut, einer Bautechnik aus dem Hochland Äthiopiens (Amhara-Region). Die Häuser bestehen aus Holz und Lehm und sind mit Wellblechdächern bedeckt. Für die Chikka-Technik benötigt man große Mengen Holz, womit eine Abholzung der Baumbestände einhergeht. Diese hat einen negativen Einfluss auf die Umwelt und somit auch auf das Leben der Pastoralisten.