Blick von der Uferstraße Reichpietschufer auf das Archiv

Eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst ist die Sammlung Marzona, welche in Berlin auf verschiedene Standorte verteilt zu sehen ist. Das ständige Wachstum dieser Privatsammlung und der damit einhergehende Platzmangel erfordern ein Gebäude, in welchem die Sammlung Platz findet und welches diese für jeden zugänglich macht.
Aufgabenstellung dieser Diplomarbeit war der Entwurf eines Archivs für die Sammlung Marzona am Kulturforum in Berlin, welches die Sammlung vereint, die Erforschung der Kunst, das wissenschaftliche Studium einzelner Objekte und die museale Präsentation ermöglicht.
Auf dem gesamten Bauplatz entsteht ein Sockelgeschoß, welches das leicht abfallende Gelände ausgleicht und die Basis für zwei Baukörper schafft. Durch die geringe Grundfläche, welche die beiden Baukörper einnehmen, entsteht eine großzügige und einladende Zone am Fuße des Forums. In den ersten vier Geschoßen sind die Wechselausstellung und das Schauarchiv untergebracht. Dieser Bereich erlaubt die Erforschung der Kunst und die museale Präsentation durch eine spannende Raumabfolge mit inszenierten Rundgängen. Die Charakteristiken dieser vier Geschoße sind die unterschiedlichen Raumstimmungen, welche sich aus den Anforderungen des Archivguts, vor allem an das Licht, ergeben. Einzelne, größtenteils geschlossene Kuben, ohne natürliches Licht, ermöglichen die sichere Verwahrung und Präsentation lichtempfindlicher Objekte. Im Raum zwischen den Kuben, in den hellen Bereichen, werden weniger lichtempfindlichere Objekte aufbewahrt und präsentiert. Den Abschluss des ›Stadtregals‹ bildet die Bibliothek im sechsten Obergeschoß. Das charakteristische Aussehen wird dem Gebäude durch seine sichtbare, außenliegende Tragkonstruktion aus Stahl gegeben. Die Baukörper zwischen der Rahmenkonstruktion wirken, als ob sie dazwischen schweben würden. Ebenso auffallend sind die unterschiedlichen Materialien der Fassade, welche sich aus den verschiedenen Anforderungen der Sammlung ergeben.