»hinten hab ich keine Augen«

Das Leben der Menschen und der Dinge ist ein geteiltes. So wie sich unser Leben zunehmend schneller und komplexer gestaltet, entwickelt sich analog in der uns umgebenden Warenwelt eine Tendenz zu einer immer kürzeren Lebensdauer und geänderten Bedeutungszuschreibung der uns umgebenden Dinge.
Sie haben sich vom ursprünglichen Werkzeug zur Konstituierung von Gemeinschaft und Hilfsmittel zum Verrichten von Arbeit zu einem Objekt, einem Behältnis für Sehnsüchte und Seins- und Lebenswelten verändert. Wenn wir unser Leben zu einem besseren machen wollen, muss sich auch das der Dinge ändern, die wir entwerfen, planen, produzieren, konsumieren und entsorgen, mit denen wir Geld verdienen oder für die wir Geld bezahlen. Dafür müssen wir wieder die Sprache der Dinge lernen, verstehen wie sie hergestellt werden, sie manchmal auch selbst produzieren, um wieder in einen Dialog mit ihnen treten zu können. Das bewusste Auflösen einiger Dinge in, nicht mehr in ihrer Funktion identifizierbare, Einzelteile befreit den Umgang mit diesen und schafft eine Vielzahl von neuen Verknüpfungsmöglichkeiten, in denen es kein Richtig oder Falsch gibt sondern viele neue Betrachtungsweisen, die damit auch eine Vielfalt an Lösungen ermöglichen. Unperfektes und Provisorisches eröffnet so kreatives Denken abseits genormter Alltäglichkeit und damit eine Möglichkeit der Emanzipation der Kreativität und Intuition einer dadurch wieder ermutigten Gemeinschaft gegen ein generiertes und gesteuertes Konsumverhalten.