Himmel – Erde – 50:50

Der bekannte süddeutsche Stahlbildhauer Jürgen Knubben besitzt unweit der historischen Innenstadt Rottweils seit dem Jahr 2000 ein in einem Waldstück gelegenes, stillgelegtes Bundeswehrgelände aus der Zeit des Kalten Krieges. Nutzung erfährt dieses sowohl als Wohnstätte als auch als Arbeitsstätte für sein künstlerisches Schaffen. Die im Jahr 2001 entstandene Werkhalle war der erste Eingriff, worauf im Jahr 2012 die Umstrukturierung des Kasernenhauses zum Wohnhaus folgte. Innerhalb dieses Geländes liegt nicht sichtbar, da im Hang vergraben, ein Luftschutzbunker, welcher der Aufrechterhaltung des deutschen Funknetzes im Falle eines atomaren Angriffs gedient hätte. Innerhalb Deutschlands existieren derzeit noch 34 Luftschutzbunker dieser Art. Sie befinden sich allesamt an der Westseite Deutschlands und sind weitestgehend ungenutzt. Eine architektonische Auseinandersetzung mit diesen Bunkertypen wurde bis heute nicht publiziert.
Knubben, Bildhauer und Sammler zeitgenössischer Kunst, ist im süddeutschen Raum auch als Kurator tätig und legt großen Wert darauf Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das vorliegende Projekt setzt sich mit dem Einklang zwischen Knubbens eigener sowie gesammelter zeitgenössischer Kunst, der Kunst der Stiftung Krieg und der Bunkerarchitektur auseinander. Hierbei gilt es die Frage, welche Eingriffe möglich sind, um allen Anforderungen gerecht zu werden und im Ensemble die bestmögliche Qualität zu schaffen, zu beantworten.