Gesamtübersicht der Schlossanlage aus der Vogelperspektive

Das Schloss Neugebäude, in der heute bekannten Form, entstammt einer vier Jahrhunderte andauernden Entwicklung, deren Ursprung eng mit Kaiser Maximilian II. und dessen Interesse an neuartigen Konzeptionen verknüpft ist. Die niemals vollendete Schlossanlage wurde kontinuierlich verändert und in ihrer Nutzung adaptiert. Die Geschichte der permanenten Veränderung dient als Grundlage für die Auseinandersetzung mit der Bauaufgabe und erlaubt die Neuausrichtung mit modernen Mitteln, ohne die eigentliche Identität zu beeinträchtigen.
Die architektonische Ausformulierung als symbolischer Akt nach außen, so schlüssig sich alle Maßnahmen in den Bestand einfügen sollten, ist mitunter ebenso wichtig, wie die funktionale Eingliederung. So lässt etwa die punktuelle Wahrnehmung von markanten Formen in relevanten Funktionsbereichen, dem Bestand weiterhin den Freiraum seine Identität zu wahren. Der grundlegende Charakter des Hauptgebäudes oder die räumliche Wirkung der weitläufigen Höfe soll erhalten bleiben und unter funktionalen Gesichtspunkten weiterentwickelt werden, ohne eine Rekonstruktion anzustreben.
Ein Mittelweg zwischen Zurückhaltung im Umgang mit bestehenden Strukturen aber zugleich zeitgemäßer Interpretation der Bauaufgabe ist, in Kombination mit einer nachhaltigen Nutzungsstruktur, der Schlüssel zu einer erfolgreichen Realisierung. Der Stillstand – und damit zwangsläufige Verfall – muss verhindert werden, indem Veränderungen angestoßen werden.