Schwarzplan

Neu entstehende Bürogebäude in innerstädtischer Lage erreichen Dimensionen die sich nicht mehr in die vorgegebenen Stadtstrukturen eingliedern. Als Strategie, um mit solchen Solitären umzugehen, lehnt sich der Entwurf an für Wien typische, architektonische Mittel an: das Hof- und das Durchgangshaus. Diese, besonders in der dicht bebauten Inneren Stadt auftretenden, Gebäudeformen verbinden zwei parallel liegende Straßen und können durchquert werden. Einerseits bedeutet das eine Zeit- und Wegersparnis, andererseits wird private Fläche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Gebäude wird unmittelbar Teil der Stadt.
Die Corporate Architecture ist von Schlagworten, wie ›innovativ‹ oder ›dynamisch‹, geprägt. Beispiele von Unternehmen, die sich in alten Fabriksbauten einquartieren, zeigen aber weitere Aspekte. Die plakative, materielle Erscheinung solcher Gebäude und die damit einhergehenden Qualitäten verkörpert nicht nur unternehmerische Ideologien, sondern trägt auch positiv zur Arbeitsplatzqualität bei. Fabrikshallen des 18./19. Jahrhunderts wurden vornehmlich in Sichtziegelbauweise ausgeführt, einem Material das für manuelle Arbeit dimensioniert ist.
Ziel des Entwurfs ist es, ein Bürohaus in ein Wohnquartier zu integrieren, es durchwegbar und erfahrbar für die Öffentlichkeit zu machen und damit einen Mehrwert für Passanten und Büronutzer zu schaffen. Ein ausgeprägtes Erscheinungsbild erzeugt Präsenz im Sinne der Corporate Architecture und verleiht dem Quartier Identität.