Kleingartenevaluierung Wien (© Datengrundlage: Realnutzungskarte (2007/2008), MZK (2005), FLWP (2014), MA 69-Kleingartenerhebung)

Das ganzjährige Wohnen im Kleingarten ist innerhalb Europas gesetzlich nur in Wien erlaubt und stellt seit der Einführung Anfang der neunziger Jahre eine Besonderheit, aber auch Herausforderung, für die Stadtplanung dar. Bei der aktuellen Auseinandersetzung über die Entwicklung von lebenswerter Stadt, werden auch Zukunftsperspektiven zur zeitgemäßen Positionierung der Kleingartentradition benötigt. Kann das umstrittene ›Wiener-Modell‹ durch Steigerung der Leistungsfähigkeit, als Freiraumtypologie eine nachhaltige Vorreiterrolle in der ›Kleingartenfrage‹ der Städte einnehmen oder handelt es sich dabei tatsächlich um ein verlorenes Planungsinstrument?
Der Theorieteil dieser Arbeit veranschaulicht die Wissensbasis über Recherchearbeiten zur Festlegung von Parametern für die Betrachtung des Wirkungsfeldes bei der Auseinandersetzung mit dem ganzjährigen Wohnen in Kleingärten. Im Praxisteil wird eine Modellstudie für einen Veränderungsprozess anhand eines ›Fokusgebietes‹ vorgenommen. Die strategische Vorgehensweise wird in Bezug mit dem Stadtraum gesetzt, indem die zentralörtliche Bedeutung der Kleingärten über die Betrachtungsebenen ›Parzelle‹, ›Siedlung‹ und ›Quartier‹ in einem Szenario auf ihre Zukunftsfähigkeit untersucht wird. Das Ergebnis steht exemplarisch aber nicht prototypisch für einen sensiblen und flexiblen Umgang mit der Kleingartenthematik in Wien.