Schlingerhof nach Artilleriebeschuss, Februar 1934 (© donaufeld.files.wordpress.com)

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von politischer Ideologie und Architektur anhand der kommunalen Wohnbautätigkeit der Stadt Wien in der Zwischenkriegszeit.
Als nach den Ereignissen des Februar 1934 in Wien die demokratische Regierung durch ein faschistisches System ersetzt wurde, hatte dies schwerwiegende Auswirkungen auf die Sozialpolitik der Stadt. Im Sinne der austrofaschistischen Ideologie wurde der Wohnbau weitgehend in die Hand privater Bauherren übergeben. Die Regierung unternahm nur mehr das Notwendigste zur Bekämpfung von Wohnungsmangel und Obdachlosigkeit. Da trotz der Bemühungen von Seiten der Stadt der private Wohnbau nicht imstande war ausreichend Wohnraum zu schaffen, musste die Gemeinde am Ende doch wieder selbst als Bauherr auftreten. Im Vergleich zum Wohnbauprogramm des Roten Wien war die Bautätigkeit des austrofaschistischen Wien sehr bescheiden. Da sich aber gerade im sozialen Wohnbau viele Aspekte eines politischen Programmes widerspiegeln, eignet er sich besonders gut als Forschungsgegenstand.
Ein Überblick über die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse im ›ständestaatlichen‹ Österreich bzw. Wien soll die Ideologie des Austrofaschismus veranschaulichen. Die Auseinandersetzung mit den architektonischen Tendenzen in faschistischen Staaten und der Architektur des Roten Wien sowie eine vergleichende Betrachtung der ausgeführten Wohnbauten unterstützen die Beurteilung kommunaler Wohnbautätigkeit der Jahre 1934-1938.