Die introvertierte Gestaltung der Gebäude auf der Eingangsseite des Tunnels

Mit 1.425 Tagen war Sarajevo die am längsten belagerte Stadt im 20. Jahrhundert. Die Bewohner litten nicht nur unter der Bedrohung durch Scharfschützen sondern auch unter dem Mangel an Wasser, Nahrungsmitteln und Strom. Das Leben in der Stadt ohne Ausweg war schwer erträglich.
Der Kampf für das Leben und gegen den kulturellen Verlust manifestierte sich durch Sarajevos ›Tunnel des Lebens‹. Der zirka 720 m lange Tunnel wurde unter der Landebahn hindurch gegraben und ist heute von hohem baulichen, militärischen und historischen Wert. Zurzeit sind der Tunnel sowie die Häuser an seinen Ausgängen unter Denkmalschutz gestellt.
Der zentrale Aspekt des Entwurfs ist ein zirkulierender Weg durch den Ort der Erinnerung, der die Emotionen der Belagerung und Erfahrungen der Flucht vermittelt. Neben dem Tunnel selbst dienen die beiden Gebäude an den Tunnelportalen als Hauptexponate und illustrieren in ihrer Architektursprache den Gegensatz zwischen dem belagerten und freien Sarajevo. Dieser Kontrast wird durch Dunkelheit und Licht, introvertierte und extrovertierte Räume sowie Opazität und Transparenz zum Ausdruck gebracht.
Ein Labyrinth vor dem Eingang der belagerten Seite ruft Gefühlte der Auswegslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Angst hervor. Im schmalen, dunklen Originaltunnel gelangen die Besucher zur freien Seite, an der sie ein Glashaus als Licht am Ende des Tunnels erleben. Zurück führt der Ausstellungstunnel mit Exponaten, Fotos und Lichtinstallationen.