Rendering: Zugang von Osten

Das Ziel dieser Arbeit ist eine virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in Linz. Wie so viele andere jüdische Gotteshäuser wurde sie in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, auch Reichskristallnacht genannt, vom NS-Regime devastiert und letztlich in Brand gesteckt.
Obwohl die jüdischen Einwohner von Linz nie eine besonders große oder gar einflussreiche Gemeinde waren, wurde eine beeindruckende Synagoge in der Nähe des Linzer Stadtkerns errichtet. Bis zum Zeitpunkt ihrer Vernichtung galt dieser Sakralbau als Zentrum der oberösterreichischen jüdischen Glaubensgemeinschaft und im Jahr 1906 wurde die Synagoge sogar baulich erweitert.
Die Synagoge wurde unter der Leitung der oberösterreichischen Baugesellschaft im neoromanischen Stil errichtet. Architektonisches Vorbild war die Synagoge in Kassel. Ziel war es, den sozialen Stand der Juden in diesem Gebäude widerzuspiegeln. Die Sprache, Kleidung und Wohnverhältnisse der Juden unterschieden sich kaum noch von den Sitten der Christen. Demnach war es auch legitim, eine Synagoge zu errichten, die auch eine christliche Kirche sein hätte können. Der Baukörper wirkte nicht völlig fremdartig, schien aber trotzdem keinem anderen Gebäude in Linz zu ähneln.
Kern der Arbeit war eine umfangreiche Dokumentation der vorhandenen Unterlagen und die möglichst detailgetreue Rekonstruktion der Synagoge. Das virtuelle Modell ist Teil eines größeren Gesamtprojektes und steht für eine weitere Bearbeitung zur Verfügung.